Inkubatoren

Zugang zu Inkubatoren
Analog zur medizinischen Praxis bieten Inkubatoren frühen Gründungsprojekten und jungen Unternehmen die Möglichkeit, als "Zöglinge" in einem geschützten Umfeld aufwachsen zu können, bevor sie sich ganz selbstständig dem rauen Klima von Markt und Wettbewerb zu stellen haben. Der für die Gründer direkt erfahrbare Nutzen einer Inanspruchnahme von Inkubatoreinrichtungen resultiert aus der angebotenen exklusiven Kombination von Sach- und Dienstleistungen. In Abhängigkeit von der Branchenausrichtung werden kurzfristig, kostengünstig und relativ unbürokratisch Räumlichkeiten und technische Infrastruktur bereitgestellt. Existenzgründern soll so ermöglicht werden, durch weitere notwendige F&E-Schritte innovative Produkte bzw. Dienstleistungen bis zur vollständigen Marktreife weiterzuentwickeln und zu erproben. Durch die unmittelbare räumliche Nähe der ansässigen Gründerteams untereinander sowie die übliche enge Anbindung an das akademische Umfeld der Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitute können positive Agglomerationseffekte, z.B. durch Gedankenaustausch und mögliche Kooperationen, erzielt werden.
In den Bereichen Biotechnologie/Nanostrukturierte Materialien (BioNano) sowie Kommunikation/Medien/Design wurden in Halle bereits zwei so genannte Pre-Seed-Inkubatoren errichtet, die jeweils branchenspezifisch Gründungsvorhaben Raum zur Entwicklung bieten.
BioNano-Inkubator:
Als BioNano-Inkubator fungiert die Gesamtheit aus den drei im Technologiepark weinberg campus errichteten Technologie- und Gründerzentren sowie dem hiesigen Bio-Zentrum. Die hier angesiedelten Existenzgründungen profitieren von den gebündelten günstigen Rahmenbedingungen, denn die Verbindung aus Universität, Forschungsinstituten, innovativen Start-up-Unternehmen und Experten aus den Bereichen Technologietransfer, Patentwesen, Finanzierung und Politik steht für zukunftsweisende Innovationsförderung.
Im Einzelnen bilden folgende Einrichtungen den BioNano-Inkubator:
- Technologie- und Gründerzentrum I (Projektbüros Scidea / UNIVATIONS / Institut für Innovation und Entrepreneurship an der MLU / futurego. Sachsen-Anhalt)
- Technologie- und Gründerzentrum II (Angewandte Medizinische und Humanbiologische Forschung)
- Technologie- und Gründerzentrum III (Technikum "Nanostrukturierte Materialien")
- Bio-Zentrum (Biotechnikum)
Kreativ-Inkubator:
Das Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (MMZ) wurde im Sommer 2006 durch den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Professor Wolfgang Böhmer eröffnet. Neben dem Fachbereich der Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität sitzen in dem modernen Gebäude zahlreiche junge Unternehmen der Branchen Multimedia, Virtual Reality sowie IT. In diesem dynamisch-kreativen Ambiente stehen für Existenzgründer Büroräume zur Verfügung - der Zugang zu Technika, Tonstudios und Schnitträumen kann ebenfalls hergestellt werden. Das Gründungsprojekt LogoCODE hat bereits durch Scidea geförderte Räume im MMZ bezogen.
Seit März 2009 verfügt Scidea über einen zusätzlichen Raum im MMZ, der so genannten Ideenwerkstatt. Sie kann von Projekten als Arbeitsplatz genutzt werden, um ihre Ideen weiter voranzutreiben.
Den zweiten Bestandteil des Kreativinkubators bildet das DesignHaus auf dem Gelände der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein. Die Villa bietet v. a. Absolventen der renommierten "Burg" Raum und technische Infrastruktur, die sich mit ihren Projekten selbstständig machen. Viele dieser Gründungen werden durch das Hochschulgründernetzwerk UNIVATIONS Sachsen-Anhalt betreut und im Programm Exist-Seed gefördert.
Derzeit genutzte Inkubatoren:
CultureConAction: CultureConAction hat es sich zur Aufgabe gemacht, Studierenden der Geisteswissenschaften den Kontakt zu einem außeruniversitären Arbeitsfeld zu erleichtern. Gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist es für die Studierenden oft schwer, sich für einen späteren Berufsweg zu entscheiden. Für die Studierenden ist es daher besonders wichtig, frühzeitig mit der Berufssituation im Alltag konfrontiert zu werden.
CultureConAction befindet sich in der Vorbereitungsphase für eine Vereinsgründung und nutzt seit Juli 2009 bis voraussichtlich Januar 2010 die Ideenwerkstatt im MMZ.
DyeAGNOSTICS:
Das Projekt von Herrn Dr. Kai Naumann und Herrn Dr. Jan Heise hat ein neuartiges Verfahren für die Proteinforschung entwickelt, das es erlaubt, komplexe Proteinmuster besser miteinander zu vergleichen. Für die medizinische und pharmazeutische Forschung soll das neue Verfahren einen großen Beitrag leisten und zukünftig die Basis schaffen, beispielsweise Krebstherapien deutlich effektiver auf den einzelnen Patienten abzustimmen.
DyeAGNOSTICS nutzt seit 1. April 2009 bis voraussichtlich 30.09.2009 einen BioNano-Inkubator im Technologie- und Gründerzentrum II auf dem Weinbergcampus. In diesem Zeitraum entwickelten die Gründer ihren Prototypen zur Marktreife.
ProVisus Ophthalmics:
Das Projekt wurde Ende 2006 von Herrn Dipl.-Biochem. Carsten Hoppe ins Leben gerufen und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Vermarktung neuartiger Wirkstoffkombinationen zur Therapie von Augenerkrankungen mittels eines innovativen Testverfahrens unter Substitution von Tierversuchen.
Herr Hoppe nutzte vom 31. Juli 2009 bis 1. November 2009 einen BioNano-Inkubator im Technologie- und Gründerzentrum II auf dem Weinbergcampus. In dieser Zeit entwickelte er einen Prototypen.
Tócala: Armin Stein und Tobias Roth von der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle haben zusammen mit MLU-Informatiker Christoph Fretter einen Handschuh zum Musizieren entwickelt. Mittels Sensoren kann der Handschuh jedes gewünschte Musikinstrument imitieren. Mit ihrem Projekt erreichten sie bei unserem Ideenwettbewerb 2008 den 3. Platz.
Tócala nutzte vom 11. Mai 2009 bis 30. Juni 2009 die Ideenwerkstatt im MMZ. In diesem Zeitraum entwickelte das Team ein Ideenpapier, dass Grundlage für die erfolgreiche Beantragung des EXIST-Gründerstipendiums bildete. Tócala wird seit 1. Juli 2009 durch das EXIST-Gründerstipendium gefördert.
Weitere Inkubatoren:
Über die beschriebenen Inkubatoren hinaus vermittelt Scidea den Kontakt zu weiteren Institutionen zur Umsetzung und Erprobung von innovativen Gründungsideen und fördert deren Inanspruchnahme.
Kontakte bestehen bisher zu folgenden Dienstleistungseinrichtungen:
- Fraunhofer IFF Magdeburg
- Merseburger Innovations- und Technologiezentrum (mitz)
- Polymer Service GmbH Merseburg
Fraunhofer IFF Magdeburg
Das Virtual Development and Training Centre (VDTC) des IFF Fraunhofer Institut Fabrikbetrieb und Automatisierung ist spezialisiert auf die Anwendung neuester Forschungsergebnisse auf den Gebieten der Virtual Reality und der Augmented Reality. Die Entwicklung von Simulationen für die virtuelle Produkt- und Prozessentwicklung ermöglicht die Entwicklung und Erprobung komplexer technischer Produkte ohne Risiko und bevor der erste Prototyp gebaut ist. Neben der Infrastruktur wird im VDTC auch das Know-how von Spezialisten bereitgestellt.
Merseburger Innovations- und Technologiezentrum (mitz)
In den Standorten des mitz können Existenzgründer sowie kleine und mittelständische Unternehmen in der Start- bzw. Ansiedlungsphase Büro- und Laborräume mieten und weitere Serviceangebote nutzen.
- mitz I in Merseburg (Schwerpunkte Umweltschutztechnik, Kunststofftechnik, Alternative Energien)
- mitz II im ValuePark® Schkopau (Schwerpunkt Kunststofftechnik, Fraunhofer Pilotanlagenzentrum (PAZ) für Polymersynthese und -verarbeitung)
Polymer Service GmbH Merseburg
Die folgenden Dienstleistungen aus dem Portfolio des An-Instituts an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind besonders relevant für Existenzgründungsvorhaben im Zusammenhang mit Kunststoffanwendungen:
- Kunststoffprüfung und -diagnostik
- Kunststoffcompoundierung und -verarbeitung
- Nutzung hochwertiger technischer Anlagen, z. B. zur Formherstellung durch Spritzguss inkl. Betreuung durch Fachpersonal


